Altes Kaiserliches Postamt

Beratung und Beschlussfassung über die Beantragung der Unterschutzstellung der „Alten kaiserlichen Post“ im Ortsteil Sülfeld in der Oldesloer Straße bei der Denkmalschutzbehörde des Kreises Segeberg.

Die Gemeindevertretung hat in der Sitzung am 21. 12.2017 die Beantragung mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

In der Folge gab es einige Fragen von Bürgerinnen und Bürgern, warum die CDU-Fraktion die Beantragung mit ihrer Mehrheit in der Gemeindevertretung nicht einheitlich befürwortet hat.

Zunächst ist festzuhalten, dass die CDU-Fraktion in der Sitzung aufgrund einiger abwesender Mitglieder keine Mehrheit hatte.

Unabhängig davon möchten wir die Sichtweise der CDU-Fraktion noch einmal für diejenigen erläutern, die nicht an der Sitzung teilgenommen haben.

Zunächst war zu entscheiden, ob die Gemeindevertretung einen Antrag zur Erreichung des Denkmalschutzes befürwortet. Bei einer Zustimmung hätte die Gemeinde einen entsprechenden Antrag bei der Denkmalschutzbehörde des Kreises Segeberg gestellt. Die Entscheidung über einen solchen Antrag, ob das Gebäude denkmalschutzwürdig ist oder nicht,  ist alleinige  Sache der Denkmalschutzbehörde.

Der Investor hat ein Bauprojekt im hinteren Bereich des Grundstückes im nicht öffentlichen Teil der Gemeindevertretersitzung am 14.07.2017 vorgestellt. Das vordere  Gebäude sollte nach Aussage des Investors erhalten bleiben. Auf dieser Planungsgrundlage hat die Gemeindevertretung das Einvernehmen hergestellt. Ein entsprechender Bauantrag wurde deshalb von der Gemeinde genehmigt.

Danach gab es eine neue Planung des Investors mit Abriss des vorderen Objektes, von der die Gemeindevertretung Kenntnis erlangte. Eine offizielle Einbindung der Gemeindevertretung durch den Investor analog der ersten Planungsidee gab es nicht.

Die CDU-Fraktion geht davon aus, dass der Investor die Projektpläne ursprünglich im Sommer 2016 vorgestellt hat, um die Gemeinde „mitzunehmen“.

Die jetzt beabsichtigte Änderung des Projektplanes ohne erneute  Einbindung der Gemeindevertretung ist aus Sicht der CDU-Fraktion moralisch nicht in Ordnung, da im Nachgang ein geänderter Antrag mit Abriss des alten Gebäudes geplant ist.

Die CDU-Fraktion fordert daher, dass der geänderte Projektplan ebenfalls in der Gemeindevertretung präsentiert wird. Dann ist erneut eine Beratung und Beschlussfassung auf Basis der geänderten Fakten erforderlich.

Die Beantragung von “Denkmalschutz“ kann natürlich einen tiefen Eingriff in die Eigentumsrechte zur Folge haben, das ist abzuwägen gegen die Bedeutung des betroffenen Hauses für das Dorf. Die Gemeindevertretung hat entsprechende Anträge bisher bei mehreren Objekten nicht gestellt, so dass auch der Gleichbehandlungsgrundsatz zu beachten ist.

Deshalb hat es auch innerhalb unserer Fraktion  je nach Sichtweise des Einzelnen unterschiedliche Meinungen gegeben.

Nicht jedes vor vielen Jahren gebaute „alte“ Haus  ist automatisch denkmalschutzwürdig. Sehr wichtig ist genauso, dass die Ortskerne unserer Dörfer weiter entwickelt werden durch Bau von bezahlbarem Wohnraum, entweder in bestehenden Gebäuden oder durch Abriss und Neubau von Häusern und Wohnungen. Das „Neue“ muss sich allerdings harmonisch in die Umgebung einfügen. Wenn neuer Wohnraum nur in neuen Baugebieten geschaffen wird, würden die Ortskerne auf Dauer aussterben. Das wollen wir nicht.

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